Mondbergemagazin

Heft 04 / April-Juli

WENN WIR WILDBIENEN HELFEN WOLLEN …

 

Das Insektensterben ist seit einiger Zeit in aller Munde. Und das Schicksal der Bienen ist zum Symbol dieses Prozesses geworden. Wohl auch, weil sich an ihrem Wirken als Bestäuber am einfachsten die Auswirkungen auf uns Menschen erklären lassen.
Anja Eder macht in ihrem Beitrag deutlich, dass ein vorschnelles Handeln die Situation für Honig- und Wildbienen verschärfen kann. Sie regt dazu an, dass wir die fleißigen Sammler mit gezielter Aussaat in unseren Gärten unterstützen.

 


MEIN SCHÖNER GARTEN

Ausgabe Juni 2018 / Antje Sommerkamp

Ein Herz für Wildbienen

Nach einem ganz besonderen Erlebnis hat Anja Eder, Hobbygärtnerin und Buchautorin, vor vier Jahren ihre Liebe zu Wildbienen entdeckt. Im eigenen Stadtgarten fördert sie die nützlichen Bestäuber und setzt sich öffentlich für deren Erhaltung ein.

Alles fing mit einer Sommerblume aus dem Baumarkt an, die Anja Eder in ihren 200 Quadratmeter großen Stadtgarten im Norden Wuppertals pflanzte. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Blütenbesucher einfanden. Darunter auch viele Wildbienen, die kleinen Verwandten unserer Honigbiene. Doch was war das? Nach kurzer Zeit verloren sie die Orientierung und taumelten benommen auf den Boden. Für die Tierfreundin war klar: Die mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Blüten waren eine ernste Gefahr für die fleißigen Bestäuber. „Nach diesem Schlüsselerlebnis begann ich, mich intensiv mit Wildbienen zu beschäftigen“, erzählt die Grafikdesignerin und begeisterte Fotografin. „Ich lernte, wie sie leben, was sie brauchen und welche Arten bei uns heimisch sind. Und dass sie ernsthaft durch unsere belastete Umwelt bedroht sind. Dabei gehören Wildbienen zu unseren wichtigsten Pflanzenbestäubern – ohne sie würden unsere Ernten weit geringer ausfallen!“ Sie säte und setzte von nun an ausschließlich Pflanzen, deren Pollen Wildbienen von Nutzen sind.“ 

Die Insekten, deren winziger Stachel für uns völlig harmlos ist, benötigen den Pollen außer für die eigene Ernährung vor allem für die Versorgung ihrer Nachkommen. Anders als Honigbienen gründen die meisten Wildbienen keine Staaten. Je nach Art bauen sie Brutkammern in Hohlräume von Pflanzenstängeln, abgestorbenem Holz oder im Erdboden. Manche sind auf ganz bestimmte Pollenspender spezialisiert. Natürlich wachsen viele dieser Pflanzen auch in Anja Eders blühender Stadt-Oase. „Die Natternkopf-Mauerbiene etwa nutzt ausschließlich Pollen des Natternkopfs, die Zaunwicken-Sandbiene fliegt nur auf Zaunwicken.“ 

Der Erfolg blieb nicht aus. Eine Vielzahl der insgesamt 560 bei uns vorkommenden Wildbienen-Arten, zu denen auch die Hummeln zählen, konnte die Hobbygärtnerin in ihrem Garten entdecken und mit der Kamera festhalten. Neben dem Aussehen beeindruckt sie auch deren Lebensweise. So schneiden etwa Blattschneiderbienen ovale Stücke aus Blättern, rollen sie auf, deponieren Eier und Proviant darin, verschließen alles und verstecken die Röhrchen in Blumentöpfen oder Mauerritzen. Diese faszinierenden Geschöpfe auch anderen Menschen näherzubringen, war der Grund für ihren Bildband und die von ihr ins Leben gerufene Aktion „Wildbienenretter“. „Jeder einzelne kann mit einem naturnahen Garten und den passenden Pflanzen viel zur Erhaltung der nützlichen Insekten beitragen.“

Anja Eder fotografiert seit 2014 Wildbienen auch im eigenen Garten – und stellte ihre faszinierenden Fotos nun in einem wunderschönen Bildband zusammen. In „Wildbienenhelfer – Wildbienen & Blühpflanzen“ lernen wir die fleißigen Insekten von einer ganz besonderen Seite kennen und lieben. Zudem gibt es, nach Flugmonaten sortiert, wertvolle  Informationen zu Lebensweise, Nisthilfen und wichtigen Wildbienen-Pflanzen. 

 

Antje Sommerkamp



SCHLESWIG-HOLSTEIN

Die Kulturzeitschrift für den Norden.

Jahrgang 2018 Ausgabe 3

 


SCHLESWIG-HOLSTEIN

Die Kulturzeitschrift für den Norden.

Jahrgang 2018 Ausgabe 2

 


WOHNUNGSWIRTSCHAFT HEUTE

Ausgabe April 2018 / Anna Florenske


"die beste Zeit"
Ausgabe Januar - März 2018  

 

Das Kulturmagazin im Bergischen Land


Engels-Magazin April 2018

Interview Thema "bienenglück"

Nina Hensch 


bienen&natur 

Das Praxismagazin für Imker und Bienenfreunde

Gilbert Blockmann

02.2018 

Eigeninitiative ergriffen

Anja Eder aus Wuppertal hatte es satt. Die Beobachtung der Natur und das Mitgefühl für Lebewesen sind von jeher ihre große Leidenschaft. Sie wollte deshalb etwas mit ihren eigenen Mitteln gegen das Wildbienensterben tun und startete ein Aufklärungs-Buchprojekt. Denn sie kann als selbständige Grafik-Designerin exzellent fotografieren und weiß, wie man Bücher macht. Im Internet bei Startnext sammelte sie auf dem Wege des Crowdfunding Geld, man konnte dort ihr geplantes Wildbienenretter-Buch mit einer Spende unterstützen und vorbestellen. Statt der erhofften 10.500 Euro gingen exakt 19.173 Euro ein. Das Buch wurde nach mehr als dreijähriger Vorarbeit Wirklichkeit.

 

„Dieses Projekt ist gleichzeitig meine persönliche Kampfansage an den respektlosen Umgang der Großkonzerne mit unserer Natur“, begründete sie ihr Vorhaben, „die aktuelle Situation um die Wildbienen gab mir die Energie, neben meinem Job diese umfangreiche Arbeit fertigzustellen.“

Vom Retter zum Helfer

Und siehe da, kurz vor Weihnachten kam ihr Buch heraus und wurde den 375 Unterstützern von der Post gebracht. Es heißt nicht mehr Wildbienenretter, sondern Wildbienenhelfer, weil Anja Eder glaubt, dass man sich zwar rettend, aber vor allem nachhaltig und langanhaltend helfend für Wildbienen engagieren muss. Ihr Buch beschreibt die Aufgaben so: „Wie erkenne ich Wildbienen, welche Pflanzen brauchen sie, wie schaff e ich optimalen Lebensraum? Es geht nach Monaten gegliedert durch die Wildbienensaison und zeigt mit Hunderten vorzüglicher Fotos anschaulich, welche Pflanzen Nahrung bieten und welche Wildbienen unterwegs sind. Jeder, der einen Garten, Balkon oder andere Pflanzmöglichkeiten hat, kann gezielt das Nahrungsangebot für die bedrohten Insekten verbessern. Mein Buch schärft den Blick auf die teilweise recht unscheinbaren Wildbienenarten und auf unsere heimischen Blühpflanzen. Denn letztlich kann man nur schützen, was man kennt.“

Der großformatige Prachtband mit 248 Seiten kostet 39,90 Euro. 

 

Gilbert Blockmann / bienen&natur 02.2018 

 


WZ 6/2018

Text: Jennifer Abels


Die Stadtzeitung
Juli 2017

Miriam Genenger

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