rezensionen


Barbara Stark (Naturgartenprofi und Kräuterpädagogin, Botschafterin für das Netzwerk Blühende Landschaft)

16.06.2018

 

Wunderbar – in mehrfacher Hinsicht. Da sind diese (allgemein eher) unbekannten kleinen, süßen Wesen, die von Autorin Anja Eder perfekt ins „Licht“ gesetzt werden. Eders Makroaufnahmen der Wildbienen lassen uns wundern, staunen, neugierig werden und auch schmunzeln. Wer sieht schon einmal eine Wildbiene im Schlaf „pole Dance“ praktizieren? 

 

Als Leser lernen wir die sympathischen Geschöpfe so kennen, wie sie im Jahresverlauf auftreten. Das ist wichtig, denn der Lebenszeitraum der Wildbienen beschränkt sich auf ein paar wenige Wochen. Ihr Dasein ist allerdings auch durch viele im Buch detailliert beschriebene Faktoren bedroht. Welchen Beitrag wir leisten können, um die für uns lebensnotwendigen Bestäuber zu fördern, erklärt Eder auf eine wunderbar klare und plakative Art. Verbunden mit der Vorstellung einzelner Wildbienen, beschreibt sie die Blütenpflanzen, die in den jeweiligen Monaten Nektar, Pollen und Lebensraum bieten. Auch hier besticht die Darstellung durch Übersichtlichkeit und klar erkennbare Informationen, wie z.B. zu Standort oder zum Gehalt an Nektar und Pollen.

 

Anja Eder taucht als Grafikerin und Wildbienen-Autodidaktin mit einem foto-/grafischen Highlight auf den Markt, das dem Leser einen sehr leichten und überschaubaren Einstieg in die naturnahe Gartengestaltung gibt. Nun ist es an Ihnen – liebe Leser – schaffen Sie einen Garten oder Balkon für „Bienen, Hummeln und Co.“

 

Barbara Stark (Naturgartenprofi und Kräuterpädagogin, Botschafterin für das Netzwerk Blühende Landschaft)


VDI-GESELLSCHAFT TECHNOLOGIES OF LIFE SCIENCES

 26.04.2018  Wir stellen vor

WILDBIENENHELFER – DAS BUCH

 

Das Buch „Wildbienenhelfer – Wildbienen & Blühpflanzen“ von Anja Eder richtet sich an alle Wildbienenentdecker und solche, die in diese verborgene Welt eindringen möchten. Gartenbesitzer und -besitzerinnen werden angeregt, ihre Gärten durch wildbienengerechte Bepflanzung in „wichtige Inseln der Nahrungsvielfalt“ zu verwandeln. Denn in der heutigen Zeit finden Wildbienen und andere blütenbesuchende Insekten nicht genügend Nahrungsquellen. Dabei weist die Autorin auch auf die Gefahr von Pestiziden hin und plädiert für einen Verzicht dieser im heimischen Garten.

 

„Kaum einer kennt sie – ihre Vielfalt ist atemberaubend.“ Dieser Satz beschreibt, wieso die Welt der Wildbienen so faszinierend ist. Mit über 560 Arten sind die Wildbienen in Deutschland vertreten. 

 

Wie ein Kalender führt das Buch „Wildbienenhelfer – Wildbienen & Blühpflanzen“ durch das Wildbienenjahr. Die ersten Wildbienen fliegen im Februar los, die letzten starten im August. Es wird monatsweise zusammengefasst, welche Wildbienen in den entsprechenden Monaten unterwegs sind und welche Pflanzen zu diesen Zeiten blühen. Dabei achtet die Autorin Anja Eder darauf, auf Vorlieben der Wildbienen hinzuweisen. Zwar nennt sie auch invasive Pflanzen, kennzeichnet diese aber deutlich mit einer übersichtlichen Legende, die am Anfang des Buches erläutert wird. Mit Steckbriefen über die Erkennungsmerkmale, Lebensraum und Lebensweise und die entsprechenden Kuckucksbienen/-hummeln werden die Wildbienen der jeweiligen Monate vorgestellt. Zusammen mit interessanten Fakten werden die Wildbienen in wunderschönen, hochaufgelösten Bildern präsentiert. Im Anschluss daran werden auch die Nahrungspflanzen der Wildbienen mit kleinen Steckbriefen vorgestellt. Mit Blütezeit, bevorzugter Lage und die Menge des Nektar- und Pollenangebots, die mit einer Sternchenskala gekennzeichnet sind, wird die Leserschaft über die Hauptnahrungsquellen der Bienen informiert.  

   

Im zweiten Teil des Buchs werden viele wichtige Informationen wie die Blütenwahl spezialisierter Wildbienenarten, Hilfestellungen für eine wildbienenfreundliche Balkon- und Terrassenbepflanzung und weitere Nützlichkeiten zusammengefasst. Kommerzielle Bienenhotels sind für viele Wildbienen durch fehlerhafte oder schlechte Bauweisen nicht nutzbar. Hier gibt die Autorin einige nützliche Hilfestellungen zum Bau eigener Nisthilfen und stellt vor, welche Materialien verwendet werden sollten und wie man die Insektenlarven vor Fressfeinden wie Vögeln schützen kann. 

 

Mit einer Liste als invasiv eingestufter Pflanzen macht die Autorin auf die besorgniserregende Ausbreitung dieser Pflanzen aufmerksam. Durch die Ausweitung der invasiven Pflanzenarten werden heimische Pflanzenarten verdrängt und die lokale Flora verändert. Problematisch ist dabei, dass viele Wildbienen auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind und durch das veränderte Blütenangebot nicht mehr ausreichend Nahrung finden. 

 

Mit nützlichen Tipps und atemberaubenden Bildern von vielen Wildbienenarten gelingt es Anja Eder das Thema Wildbienen und deren notwendigen Schutz auf 248 Seiten für jedermann attraktiv zu gestalten. Viele der Bilder entstanden im eigenen, blütenprächtigen Garten der Autorin und zeigen dem Leser und der Leserin des Buches, dass man mit wenig Aufwand aus dem heimischen Garten ganze Insektenoasen schaffen kann. Ihre Faszination für diese bestäubenden Insekten schwingt auf jeder einzelnen Seite mit und steckt sofort an. Die Informationen über Bienen und Pflanzen sind gut recherchiert und lassen sich hervorragend auch von Laien lesen und umsetzen.

    

Jeder und jede kann mit diesem Buch zum Wildbienenhelfer werden. Dem Aufruf des Buches möchten wir gerne folgen: „Worauf warten wir noch – legen wir los…!“. Herr Ayasse und Frau Beckert vom Verbundprojekt BienABest empfehlen dieses Buch, weil es fundiert recherchiert ist und die Tipps und Empfehlungen von der breiten Öffentlichkeit umgesetzt und verstanden werden können. Herr Ayasse ist Professor der Biologie an der Universität Ulm und Wildbienenexperte. Er koordiniert für das Projekt BienABest die Untersuchungen der Wildbienenpopulationen in der deutschen Agrarlandschaft und leitet die wissenschaftliche Dokumentation. Frau Beckert ist Biologiestudentin und arbeitet als studentische Hilfskraft für das Projekt BienABest vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Diese Buchbesprechung wurde im Rahmen des Projekts BienABest erstellt. Das Projekt BienABest wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG finanziell unterstützt. 

 

Ihre Ansprechpartner für BienABest:

Prof. Dr. Manfred Ayasse

Universität Ulm

Institut für Evolutionsökologie und 

Naturschutzgenomik

Telefon: +49 731 5022663

E-Mail: Manfred.Ayasse@uni-ulm.de

   

Dr. Ljuba Woppowa

VDI-Fachbereich Biodiversität, GVO-Monitoring

und Risikomanagement

Telefon: +49 211 6214-314

Telefax: +49 211 6214-97314

E-Mail: biodiversitaet@vdi.de  

 

https://www.vdi.de/technik/fachthemen/technologies-of-life-sciences/artikel/wildbienenhelfer-das-buch/


Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt

Arbeitskreis Entomologie im NABU Landesverband Sachsen e.V.

Buchtipp: Wildbienenhelfer – Wildbienen und Blühpflanzen

 

Es war eine Frage der Zeit, dass ein Buch auf den Markt kommt, welches die Verbindung schafft zwischen den Lebensanforderungen der Wildbienen und wie man ihnen in Gärten durch gezielte Pflanzenauswahl helfen kann.

 

Nun ist es endlich da! Geschrieben hat es nicht eine Biologin, sondern eine Designerin, die sich eigene Gedanken darüber macht, was sie im Garten beobachtet. Im Verlauf von drei Jahren trug sie Wissen und Fotos zusammen und machte daraus ein reichlich und farblich illustriertes Buch (kaum eine Seite ohne Farbabbildung). 

 

Nach einer kurzen Einleitung in die sozialen Lebensformen der Bienen, ihren Körperbau, ihre Bedeutung als Bestäuber sowie ihren Rückgang und die Bedeutung von Gärten für Bienen nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise durch das Jahr, von Februar bis in den August. Für jeden Monat werden Bienenarten portraitiert, die in diesem Monat beginnen zu fliegen. Jeweils auf einer Doppelseite werden für eine Art mehrere aussagefähige Farbfotos wiedergegeben, zusammen mit einem kurzen Steckbrief und ein paar ausführlicheren Hinweisen zu Besonderheiten in der Lebensweise, bei der Artbestimmung oder Tipps, wie man sie fördern kann. Eine Grafik zeigt ihre natürliche Größe. Für jeden Monat werden zudem mehrere Pflanzenarten besprochen, eine jede farbig abgebildet, mit kurzem Steckbrief über die Eignung für Wildbienen, Blühzeiten und Standortansprüchen sowie einem kurzen Text.

 

Der Abspann des Buches widmet sich der Nahrungsspezialisierung der weiblichen Bienen, die ihre Brut mit Pollen versorgen und gibt einen Überblick über etwa 100 spezialisierte Wildbienenarten und die Pflanzen, auf die sie zum Pollensammeln angewiesen sind. Wer keinen Garten hat, bekommt nun auch ein paar Tipps für seinen Balkon. Das Buch schließt mit ein paar sehr schönen, großformatigen Fotos von Wildbienen.

 

Anja Eders Buch ist für Einsteiger wie für Fortgeschrittene geeignet, Anregungen für die Förderung von Wildbienen durch geeignete Pflanzenwahl im Garten zu erhalten. Die Autorin hat es dabei vermieden, unbedingte Vollständigkeit zu erreichen. Auch hat sie darauf verzichtet, die sehr in Mode geratenen Bienennisthilfen in den Vordergrund zu rücken. Zu diesen gibt es bereits genügend Literatur und sie hat die künstlichen Nisthilfen gebührend neben den natürlichen Nistgelegenheiten eingereiht, welche die meisten unserer heimischen Wildbienenarten benötigen. 

 

„Wildbienenhelfer“ ist ein leicht verständliches und schönes Buch, das man immer wieder gern zur Hand nimmt. Es ist informativ und kurzweilig zugleich.

Möge es eine weite Verbreitung und Anwendung finden!

(mn)


Stiftung für Mensch und Umwelt - Deutschland summt!

STIFTUNG FÜR MENSCH UND UMWELT - DEUTSCHLAND SUMMT!

Das großformatige Buch überzeugt durch eine aufwendige Gestaltung mit teilweise ganzseitigen Makroaufnahmen von Wildbienen und Blütenpflanzen. Die liebevollen Detailaufnahmen in natürlicher Umgebung ermöglichen dem Betrachter einen direkten Zugang zum Kosmos von Mauer-, Hosen-, Maskenbiene u.v.m. Neben allgemeinen Informationen zur Lebensweise von Wild- und Honigbiene, geben viele Artenporträts einen Einblick in die faszinierende Welt der vielgestaltigen Wildbienenfauna. Hier erfahren wir zum Beispiel, dass die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) als Nahrungsspezialistin besonders gern an Wiesen-Witwenblumen sammelt.

 

Insbesondere der Hauptteil des Buches, mit einem Fokus auf die Bienenmonate Februar bis August, ist sehr gelungen. Die Ausführungen zu den in diesen Monaten blühenden Wildpflanzen macht zum einen die wichtige Unterscheidung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen und gibt dem Leser zum anderen die Möglichkeit deren Nützlichkeit für die heimische Bienenfauna anhand von Nektar- und Pollengehalt einzuordnen. Durch die Darstellung der Wechselwirkung von Wildbienen und Blühpflanzen, sowie deren Empfehlung zur Ansiedlung im eigenen Garten, auf der Fensterbank oder dem Balkon, gelingt es den Autoren Mut zu machen, selbst aktiv zu werden und sich als Wildbienenhelfer zu engagieren.

 

Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie das Projekt „Zukunft für Wildbienen & Co“ der Deutschen Umwelthilfe. Ein Euro je Exemplar wird gespendet.

 

Dominik Jentzsch

 

www.deutschland-summt.de/literatur


EIN WILDBIENENBUCH ZUM SCHWÄRMEN / LESELEBENSZEICHEN / BUCHBESPRECHUNGEN

ANJA EDERS „WILDBIENENHELFER“ WIRD SIE MIT FASZINIERENDEN FOTOS, HINREISSEND-SCHÖNEN MAKROAUFNAHMEN UND SACHDIENLICHEN INFORMATIONEN  WILDBIENENKUNDIG MACHEN UND IHNEN DABEI HELFEN, IN IHREM GARTEN ODER AUF IHREM BALKON DIE PASSENDEN PFLANZEN UND LEBENSBEDINGUNGEN FÜR WILDBIENEN ZUSAMMENZUSTELLEN.

Beim Thema Bestäuberinsekten dürfen wir nicht auf  die viel zu langsamen Weichen-stellungen der Politik oder gar auf die unwahrscheinliche lebensdienliche Einsicht marktmächtiger, profitorientierter Konzerne warten, nein, wir müssen und – vor allem – wir können selber etwas tun, um das Überleben von Wildbienen zu fördern.

Die Formel ist ganz einfach: Leben die Bienen, wächst und gedeiht auch unsere Nahrung. Sterben die Bienen, wird es knapp mit der menschlichen Ernährung. Und damit ist nicht der köstliche Honig gemeint, sondern eine Vielzahl von Gemüse- und Obstsorten, Ölsaaten, Nüssen und Kräutern sowie – bei weltweiter Betrachtung – auch der beliebte Kaffee.

Balkone, Pflanzkübel, private Gärten, Baumscheiben, öffentliche Parkanlagen und Straßengrünrandstreifen usw. lassen sich in Nektar- und Pollenimbißstuben für Wild- bienen verwandeln. „Es gilt, die Herrschaft der Monokulturen aufzubrechen.“ (Seite 6)Jede Blüte zählt und hilft, und wenn Sie wissen wollen, welche einheimischen Blüten-pflanzen und Gehölze den bienenfleißigen Bestäubern im Jahreslauf Nahrung und Schutz bieten, lesen sie Anja Eders engagiertes Buch.

Nach einer kurzen Einführung in die lebensfeindlichen Auswirkungen industrieller Landwirtschaft und Monokulturen, insbesondere in die negativen Wirkungen von Neonicotinoiden auf das Nervensystem von Insekten, folgt eine kurze Erläuterung der Koevolution von Pflanzen und Bienen sowie eine anschauliche Darstellung des Bienenkörperbaus.

Sodann beginnt das Wildbienenjahr mit dem Februar, dem ersten Monat, in dem bereits frühe Wildbienen unterwegs sind. Monat für Monat werden Wildbienen und die jahres-zeitlich passenden Blühpflanzen vorgestellt. Prägnante Beschreibungen der Erkennungs-merkmale, Lebens- und Nistraumbedürfnisse und Blütenvorlieben werden durch wunderschöne, teilweise ganzseitige Makroaufnahmen der Wildbienen illustriert. Ergänzende graphische Darstellungen zeigen die Bienen in Originalgröße.

 

Daran anschließend folgen die entsprechenden Blühpflanzen, welche mit kurzen schriftlichen Portraits, einer vierstufigen graphischen Darstellung des Nektar- und Pollengehalts sowie anschaulichen Fotos dokumentiert werden; dabei ist der weiße Hintergrund der Pflanzendarstellungen besonders betrachterfreundlich.

Hier wird das Füllhorn natürlichen Reichtums so liebevoll und ansprechend dargestellt, daß man es kaum abwarten kann, im Rahmen der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten für die Wildbienen aktiv zu werden. Wildbienen gibt es in der Größenordnung von 1,3 bis 30 mm, manche Arten wird man wohl erst nach dem Kennenlernen im Buch auch in der freien Wildbahn wahrnehmen und zuordnen können. Während Gartenhummeln recht groß und auffällig sind, kann man die winzigen Furchen und Maskenbienen leicht übersehen.

Weltweit gibt es bis zu 30 000 Arten von Wildbienen, in Deutschland sind es 560 Arten, von denen 30 bereits vom Aussterben bedroht sind. Viele Wildbienen leben und brüten solitär oder nur in kleinen Brutkolonien zusammen. Manche Arten sind bezüglich des Blütenpollenangebots nicht wählerisch, und sie bedienen sich bei vielen Blühpflanzen. Solchen polylektischen Wildbienen stehen die oligolektischen Wildbienen gegenüber, die nur wenige, manche sogar – wie beispielsweise die Blutweiderich-Sägehornbiene, die Eisenhut-Hummel, die Efeu-Seidenbiene, die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene und die Lauch-Maskenbiene – nur auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert sind. Verschwindet die Pflanze, verschwindet auch die symbiotische Biene.

 

Das großzügige DIN-4-Format des Buches mit dem hochwertigen LuxoArt Samt 15og/m² FSC-Papier wird den meisterhaften Fotografien, die fast alle von Anja Eder stammen, besonders gut gerecht und offenbart Einblicke in faszinierende, feinste Einzelheiten von Bienen und Blütenpflanzen. Die Betrachtung der zahlreichen Fotos schult das Auge für die Details des Bienenkörpers. So konnte ich kürzlich im März stolz wiedererkennen, daß es sich bei der gehörnten Mauerbiene in meinen Krokussen um ein Männchen handelte, da es weißes Kopfhaar und einen weißen Bart hatte, körperliche Merkmale, welche die Weibchen nicht haben.

 

Einige Hinweise zur Gartenpflege runden dieses nützliche und schöne Buch kompetent ab. Den selbstverständlichen Verzicht auf Insektengifte und Kunstdünger vorausgesetzt, braucht es unaufgeräumte Bereiche, in denen Laub und Tothölzer liegen bleiben dürfen; Steinhaufen, Trockenmauern und unbefestigte Gartenwege  bieten vielen Wildbienen Rückzugsorte und Nistnischen. Es empfiehlt sich zudem, abgestorbene Staudenstengel stehenzulassen, weil in den markhaltigen Stengeln oft Wildbienenbrut untergebracht wird. All diese Maßnahmen bieten außerdem auch viele geschützte Winterrückzugs-möglichkeiten für Hummeln, die vom Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr Winterschlaf halten.

 

Anja Eder weist deutlich darauf hin, daß viele käufliche Insektenhotels für Wildbienen nutzlos sind, da sie mehr der geschäftstüchtigen Resteverwertung von Hölzern und Lochziegeln dienen als den biologischen Notwendigkeiten einer Wildbienennistnische. So sind die Niströhren oft ausgefranst und versplittert, was für die zarten Hautflügel große Verletzungsgefahren mitbringt, oft sind die Röhrendurchmesser viel zu groß und die Röhrenlänge zu klein usw.

 

Als Nisthilfe besser geeignet sind dickwandige Bambusröhren mit abgeschliffenen Rändern. Bohrlöcher für Niströhren sollten nur in die Längsseite eines gut abgelagerten, harzfreien Hartholzstammes (Esche, Apfel, Pflaume, Birne, Haselnuß, Eiche) gebohrt werden, um winterliche Frostrisse zu vermeiden. Ein Schutz durch Kaninchendraht, damit Meisen und Spechte sich nicht an diesem Bienenlarvenbufett bedienen, ist ebenfalls empfehlenswert.

 

Mit den Informationen und Anleitungen aus diesem wertvollen Buch kann jeder zum Wildbienenhelfer werden. Also ran an die Lektüre und den animierenden Genuß fantastischer Bienenfotos und dann raus in die Praxis, um die erlesenen Kenntnisse ins Handeln zu übersetzen und ein Refugium für Wildbienen zu schaffen.

Ulrike Sokul

www.leselebenszeichen.wordpress.com


BUCHEMPFEHLUNG #4 / Jessica Dumrauf

Jessica Dumrauf / Macrofotografie & Naturgärten / 15. Januar 2018

macroshotblog.wordpress.com

Nach den Weihnachtsferien stelle ich euch heute eines der Geschenke vor, das ich mir zu Weihnachten selbst gemacht habe  Das Buch „Wildbienenhelfer – Wildbienen & Blühpflanzen“ von Anja Eder, die eigentlich Grafikdesignerin ist. 

Das bemerkt man schon bei der umwerfenden Gestaltung des Buches, welches auch mit sehr viel Input überzeugt.

 

Ursprünglich sollte das Buch „Wildbienenretter“ heißen, was jedoch nicht gewährleistet, dass man die vielen bedrohten Wildbienen überhaupt retten kann. Daher wurde es in „Wildbienenhelfer“ umbenannt, weil ein jeder von uns diesen Tierchen durch ein vielfältiges Blühpflanzenangebot sowie Strukturen im Garten helfen kann.

 

Die Realisierung des Projekts Anja Eders fand über Startnext statt & begann im April letzten Jahres. Die Summe kam durch den großen Andrang recht schnell zusammen. Im November wurde dann der Druckauftrag gegeben & viele unserer Mitglieder der Wildbienengruppe auf Facebook hatten es dann zu Weihnachten unter dem Weihnachtsbaum liegen.

 

Die Meinung ist eindeutig: das Buch ist spitze, vor allem für Anfänger in diesem Bereich. Warum? Weil das Werk Anja Eders einige Wildbienenarten mit (den zu ihnen passenden) Blühpflanzen verknüpft. Die Bilder lassen einen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, weil sie die geflügelten Wesen toll abbilden & vor Farben nur so strotzen!

Doch schauen wir uns nun den Aufbau des Buches an.

 

Monatsüberblick

Jeder Monat ist sozusagen ein Kapitel. Deshalb beginnt dieses dann auch mit einer Monatsübersicht, in der einige zu dieser Zeit fliegende Wildbienen & Blühpflanzen genannt werden.

 

Beschreibung der Wildbienenarten

Im Kapitel selbst werden dann verschiedene Wildbienen mithilfe von Beschreibungen, Erkennungsmerkmalen & vielen tollen Bildern vorgestellt. Ein wahrer Augenschmaus!

Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, noch mehr Wildbienen zu fotografieren 

 

Blühpflanzenbeschreibung für den jeweiligen Monat

Was im Anschluss an die Wildbienenbeschreibungen folgt, sind die verschiedenen Blumen, die in den jeweiligen Monaten blühen! Da fängt mein Herz an, höher zu schlagen! In diesem Part des Kapitels werden dann auch Informationen dazu gegeben, wie hoch der Pollen – & Nektarwert der Pflanze ist & ob diese heimisch &/oder invasiv ist. Sehr aufschlussreich!

 

Denn man kann nicht oft genug erwähnen, dass jede Wildbienennisthilfe nutzlos ist, wenn das Nahrungsangebot nicht stimmt!

 

Man könnte auch eine Analogie zum Menschen ziehen: Was nützt die schönste Wohnung/das schönste Haus, wenn man 20km zum Einkaufen fahren muss? Leider ist das für unsere Spezies teilweise schon bittere Realität, für Wildbienen ist das aber ein enormer Kraftaufwand, der dazu führt, dass sie weniger Brutzellen anlegen können.

 

Durch die erhöhte Flugdistanz steigt zudem die Wahrscheinlichkeit enorm an, dass die Brutzellen in der Abwesenheit parasitiert werden, je länger die weibliche Wildbiene auf Nahrungssuche ist! Man sollte es diesen Tierchen also so leicht wie möglich machen & das Nahrungsangebot so nah wie möglich mit dem Nisthabitat verknüpfen  Dann können sie sich effektiv um ihren Arterhalt kümmern.

 

Blühpflanzen für spezialisierte Wildbienenarten.

Damit kommen wir zu einem weiteren Unterthema, was die Blühpflanzen angeht. Im Reich der Wildbienen gibt es unspezialisierte (polylektische) & spezialisierte (oligolektische/monolektische) Bienen. Polylektisch heißt in diesem Zusammenhang, dass diese Tiere viele verschiedene Pflanzen unspezialisiert aufsuchen (griech. poly = viele). Die oligolektischen oder gar monolektischen Bienen sind jedoch auf nur eine Pflanzenfamilie, – Gattung oder – Art (!) angewiesen. Ihr könnt euch die nun folgende Problematik sicherlich schon denken: fallen diese Gattungen, Familien oder Arten weg, so verschwindet auch die auf diese Pflanzen angewiesene Wildbienenart!  In Zeiten des Strukturverlusts & der Flächenbebauung ist das ein alltägliches Problem, dem man entgegenwirken muss, um unsere Wildbienenarten zu erhalten!

 

Das kann sogar schon im eigenen Garten geschehen sowie auf dem Balkon  Richtig gelesen, auch auf dem kleinsten Balkon kann man etwas für unsere Wildbienen machen! Hierzu empfehle ich immer wieder gerne Werner Davids Website sowie als Einstieg den Besuch von Querbeet auf seinem winzigen Balkon.

 

Und, verspürt ihr den Drang, in eurem Garten/auf eurem Balkon etwas für Wildbienen zu tun? 

Dann könnt ihr mit dem Buch von Anja Eder sofort anfangen zu planen. Es hat 248 Seiten & kostet 39,90 €.

Ihr könnt es über die Website der Wildbienenhelfer bestellen.

 

macroshotblog.wordpress.com


bottwarbienen  BUCHTIPP

Herausragende Fotos von Wildbienen, Hummeln und Blühpflanzen, präzise Beschreibungen und ein ausgefeiltes Layout.

Man erkennt sofort, dass dieses Buch für Anja Eder eine persönliche Mission war. 3 1/2 Jahre Arbeit und ganz viel Herzblut stecken in diesem Projekt.

 

Darüber informiert das Buch:

 

  • Vorkommen und Flugzeit heimischer Wildbienen
  • Blütenbesuch / Lebensraum / Lebensweise
  • Originalgröße der Bienen als Grafik
  • Blühmonat wichtiger Blühpflanzen
  • Angabe über Nektar- und Pollengehalt
  • Die wichtigsten, heimischen Blühpflanzen für oligolektische Wildbienen
  • Nisthilfen / Kuckucksbienen / Invasive Pflanzen

 

Anja Eder: „Ein Buch für Entdecker und alle, denen unsere Artenvielfalt am Herzen liegt. Es macht jeden – der will – zum Wildbienenhelfer. Denn letztlich kann man nur schützen, was man kennt.“

Das Buch wurde unabhängig durch Crowdfunding über die Plattform Startnext finanziert. Statt der ursprünglich geplanten 500 Exemplare, konnten so bereits 3.000 Bücher gedruckt werden. Es freut mich sehr, einer der Unterstützer dieses Projektes gewesen zu sein.

 

www.bottwarbienen.de

picnic design

www.picnic-design.de

Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2015 picnic design verlag

 

Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung unzulässig.